Trotz gegenteiliger Aussagen aus dem Bundesgesundheitsministerium muss die Ärztin Bianca Witzschel innerhalb von zwölf Tagen erneut eine Haftstrafe antreten. Die neue Inhaftierung steht im klaren Widerspruch zu öffentlichen Beschwichtigungen der Politik – wie aerztestehenauf.at berichtet.

Bianca Witzschel war zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden und saß bereits 476 Tage in Untersuchungshaft. Das Urteil wurde am 19. September 2025 vom Bundesgerichtshof bestätigt. Nun drohen ihr weitere 498 Tage Gefängnis – nicht wegen Gewalt- oder Vermögensdelikten, sondern wegen ärztlicher Bescheinigungen zu Masken, PCR-Tests und Impfunfähigkeit, ausgestellt nach eigener Anamnese, Untersuchung und Dokumentation.

Die Folgen der Strafverfolgung sind drastisch: Verlust von Praxis und Wohnung, Entzug der Krankenversicherung, Sperrung von Konten, Wegnahme von Patientendaten, Entzug der Approbation. Die Ärztin wurde wirtschaftlich und beruflich vollständig zerstört. Eine Rückkehr in ein normales Berufsleben ist faktisch unmöglich.

Besonders brisant ist der Zeitpunkt des erneuten Haftantritts. Weniger als zwei Wochen zuvor hatte der US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. die deutsche Bundesregierung öffentlich aufgefordert, die Verfolgung von Ärzten zu beenden. Daraufhin erklärte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, eine solche Verfolgung existiere nicht. Der Fall Witzschel steht dieser Aussage frontal entgegen.

Kennedy fordert zudem die Rehabilitierung aller Ärzte und Patienten, die wegen Masken- oder Impfunfähigkeitsbescheinigungen belangt wurden. Bianca Witzschel ist dabei kein Einzelfall: Laut Angaben der Initiative wurden in Deutschland mehr als 1.000 Ärztinnen und Ärzte verfolgt, ihre Patienten zu Tausenden angezeigt und bestraft.

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zur ärztlichen Therapiefreiheit auf. Eine Ärztin wird nicht wegen nachgewiesener Schädigung von Patienten bestraft, sondern wegen individueller medizinischer Entscheidungen – ein Signal, das weit über diesen Einzelfall hinausreicht.

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