Wie zahlreiche Medien berichten, stehen Metas smarte Ray-Ban-Brillen jetzt im Visier von Behörden in den USA und Großbritannien. Der Vorwurf: Nutzer könnten getäuscht worden sein, während intime Videoaufnahmen im Hintergrund bei fremden Datenarbeitern landen.

Konkret geht es um Videos, die mit den KI-Brillen aufgenommen werden. Laut Berichten von Clickworkern in Kenia landen solche Aufnahmen teilweise bei ihnen zur Auswertung. Darunter sollen auch sehr private Szenen sein – etwa intime Situationen oder Aufnahmen aus dem Badezimmer. Die Arbeiter markieren und beschriften die Videos, damit Metas KI daraus lernen kann. 

Genau hier setzen die Untersuchungen an. Die britische Datenschutzbehörde ICO kritisiert vor allem die Kommunikation des Konzerns. Meta werbe damit, dass Nutzer „die Kontrolle über ihre Daten“ hätten. Tatsächlich sei aber nicht klar genug, dass Videos an externe Dienstleister weitergereicht werden können. 

Auch in den USA droht juristischer Ärger. Dort wurde bereits eine Klage eingereicht. Die Vorwürfe: irreführende Werbung und Verstöße gegen Datenschutzregeln. Nutzer könnten aus Metas Aussagen kaum ableiten, dass ihre Aufnahmen von menschlichen Daten-Annotatoren gesichtet werden. 

Meta selbst verweist auf seine Nutzungsbedingungen. Darin stehe, dass Inhalte zur Verbesserung der KI von Subunternehmen überprüft werden können. Das Problem: Wer diese Hinweise nicht im Kleingedruckten sucht, bekommt davon kaum etwas mit. Und das dürfte wohl die meisten User betreffen.

Die Geschichte zeigt einmal mehr das Grundproblem vieler KI-Produkte: Sie wirken futuristisch und bequem – doch im Hintergrund arbeiten schlecht bezahlte Clickworker, die persönliche Daten sortieren.

Kurz gesagt: Die Brille filmt – und irgendwo auf der Welt schaut jemand zu. Das kann nicht nur peinlich werden, sondern auch den falschen Leuten in die Hände fallen, Geheimdienste oder kriminelle Erpresserbanden.

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