Die Gewerkschaft der Polizei weist seit Tagen darauf hin, dass Karnevalsveranstaltungen als besonders empfindlich gelten. Ein Plastikrevolver am Gürtel reicht vielleicht schon. Man weiß ja nie.

Noch ungünstiger wird es, wenn der kleine Winnetou zusätzlich Pfeil und Bogen dabeihat. So ein Teil gilt inzwischen als richtige Waffe. Ob aus Plastik oder Holz, ist dann fast egal. Pfeil ist Pfeil. Und was wie eine Waffe aussieht, kann Ärger machen. Und Dinge, die wie Waffen aussehen, sogenannte Anscheinswaffen, können ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro nach sich ziehen.

Die Kinder werden verkleidet und gehen zum Faschingsumzug. Das gehört immer noch dazu. Erwachsene stehen am Rand, die Musik läuft, Bonbons fliegen. Eigentlich alles wie früher.  

Cowboy und Indianer

Das waren jahrzehntelang ganz normale Verkleidungen. Man kannte diese Figuren aus den Büchern von Karl May und aus den Western im Fernsehen. Kinder wussten nicht, was das bedeutet. Sie spielten einfach. Mehr war da nicht. Die Cowboy-Verkleidung war einfach. Ein kariertes Hemd, ein Hut, ein Patronengürtel und ein Plastikrevolver. Die kleinen Platzpatronen machten kaum Geräusch. Jeder sah, dass das Spielzeug war.

Die Indianer-Verkleidung brauchte mehr Aufwand. Die Mütter halfen beim Basteln. Stirnband, eine große Feder, ein paar Farbstreifen im Gesicht.  

Durch die städtische Waffenverbotszone

Der Faschingsumzug kann sich durch eine Waffenverbotszone ziehen. Das bedeutet, dass alles auffällt, was auffallen kann. Besonders Dinge, die entfernt an Waffen erinnern. Ein Plastikrevolver sieht auf Abstand schnell echt aus. Ein Pfeil und Bogen noch mehr. Da könnte ein Polizist eingreifen, denn Sicherheit geht vor Frohsinn, auch an Karneval.

Auch andere Verkleidungen sind heikel geworden. Sich als Person aus dem Morgenland zu verkleiden, mit einem Betttuch von Kopf bis über die Knie, ist heute keine gute Idee mehr. Diese Leute verstehen keinen Spaß.

Selbst harmlose Kostüme sind nicht völlig sicher. Wenn sich ein Kind als Esel verkleidet, könnte sich im Zweifel sogar ein Politiker beleidigt fühlen. In solchen Zeiten lebt man besser vorsichtig.

Am Ende bleibt für viele Eltern nur eines. Lieber unauffällig bleiben. Keine Pistolen. Keine Pfeile. Keine Patronengürtel. Keine Federn. Lieber etwas, das garantiert niemanden aufregt.

Lederhosen zum Beispiel.

Kommentare

Eine Antwort zu „Kölner Karneval: Werden Cowboy und Indianer jetzt verboten?“

  1. Avatar von Rosi 70
    Rosi 70

    Wer`s sich verbieten lässt? Das ist doch auch wieder mal eine Beweis das man alles was andere Kulturen interesant macht, bei undsere Regiernden nicht gern gesehen ist. Vielleicht sollte man in ein Ebstein, also eien Kinderschänder kostüm gehen, dann würden sie sogar enige perverse Mitglieder der Altparteien freuen.

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