Laut einer neuen Auswertung des österreichischen Integrationsbarometers, über die zuerst die Kronen Zeitung berichtete, wächst die Skepsis in der Bevölkerung deutlich. Der Trend ist eindeutig und alarmierend für alle, die Integration bislang als Erfolg verkauft haben, wird sie aber wohl zu keiner Einsicht bewegen.

Noch 2015 lag der Anteil der Kritiker bei 51 Prozent. Heute sind es rund 67 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehnts hat sich die Wahrnehmung massiv verschlechtert. Das Misstrauen ist kein Randphänomen mehr, sondern Mehrheitsmeinung. Auch bei Flüchtlingen überwiegt die Ablehnung: 62 Prozent bewerten das Zusammenleben negativ, nur 30 Prozent positiv. Einziger Ausreißer sind Ukrainer – hier sehen 51 Prozent ein eher gutes oder gutes Miteinander.

Besonders brisant: Die Mehrheit der Befragten macht nicht den Staat, sondern die Zuwanderer selbst für Integrationsprobleme verantwortlich. 68 Prozent sind der Ansicht, dass es ausreichend Angebote zur Integration gibt. Das Problem liege also nicht an fehlender Unterstützung, sondern an mangelndem Willen.

Integrationsministerin Claudia Plakolm formuliert es ungewöhnlich klar: Integration sei kein freiwilliges Angebot, sondern eine Pflicht. Wer in Österreich leben wolle, müsse Deutsch lernen, arbeiten und sich an Regeln und Werte halten. Diese Haltung werde laut Ministerium von neun von zehn Österreichern geteilt. Künftig wolle man Integration notfalls auch mit Sanktionen durchsetzen.

Die Zahlen zeigen, was viele längst im Alltag erleben: Das jahrzehntelange Wegsehen, Relativieren und Schönreden hat das Problem nicht gelöst, sondern verschärft. Die Geduld der Bevölkerung ist weitgehend aufgebraucht.

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