Die Inflation in Deutschland soll im Dezember 2025 angeblich auf 1,8 Prozent gefallen sein. Das meldet das Statistische Bundesamt.
Doch wer beim Wocheneinkauf, an der Kasse oder bei Dienstleistungen unterwegs ist, merkt schnell: Diese Zahl hat mit der gefühlten Realität wenig zu tun. Denn während Energie- und Lebensmittelpreise statistisch herausgerechnet oder gedämpft werden, bleibt das eigentliche Problem unangetastet. Die sogenannte Kerninflation liegt weiter bei 2,4 Prozent– also genau dort, wo der normale Alltag teurer wird.
Mit anderen Worten: Das Leben bleibt teuer, nur die Statistik sieht besser aus.
Auch der Blick aufs Gesamtjahr liefert keinen Grund zur Entwarnung. Für 2025 weist Destatis eine durchschnittliche Inflationsrate von 2,2 Prozent aus. Der für Brüssel relevante harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) liegt sogar bei 2,3 Prozent im Jahresdurchschnitt. Von Preisstabilität, wie sie Politik und EZB seit Jahren versprechen, kann keine Rede sein.
Besonders bezeichnend ist dabei die Methodik. Während der nationale Verbraucherpreisindex (VPI) auch Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum, Rundfunkbeitrag und Glücksspiel einbezieht, lässt der HVPI genau diese Posten außen vor. Je nach politischem Bedarf kann so mit unterschiedlichen Zahlen argumentiert werden – ohne dass sich für die Bürger irgendetwas verbessert.
Die endgültigen Zahlen für Dezember 2025 sollen am 16. Januar 2026 veröffentlicht werden. Erfahrungsgemäß wird sich am Grundproblem wenig ändern: Die Inflation mag auf dem Papier sinken – der Kaufkraftverlust bleibt real.



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