Die EU meint es ernst mit der digitalen Ordnung: Ab diesem Jahr soll der sogenannte „Internetführerschein“ kommen. Wer in sozialen Netzwerken unterwegs sein will, braucht künftig eine eindeutige Online-ID – sichtbar für jedermann, direkt im Profil, ähnlich einem Kfz-Kennzeichen, wie aus einem internen EU-Papier hervorgeht.
Was auf der Straße längst Standard ist, soll nun auch im Netz gelten. Anonymes Posten? Vergangenheit. Jeder Nutzer erhält eine persönliche ID, bestehend aus Länderkennung, Behördenkürzel und individueller Nummer. Beispiel: DE-BR-4711. Diese Kennung ist nicht nur Pflicht in sozialen Netzwerken, sondern muss auch bei Kommentaren auf Nachrichtenseiten, in Foren und sogar bei Online-Shops wie Amazon angezeigt werden. Wer etwas bewertet, diskutiert oder kritisiert, tut das künftig mit offenem Nummernschild.
Offiziell geht es um „Transparenz“, „digitale Verantwortung“ und natürlich um den „Kampf gegen Desinformation“. Praktisch bedeutet das: Jeder Like, jeder Kommentar, jede Produktbewertung ist eindeutig zuordenbar. Ein falsches Wort, ein unbequemer Gedanke – und die digitale Fahrerlaubnis steht auf dem Prüfstand. Bei wiederholten Verstößen drohen Punktesystem, temporäre Schreibsperren oder im Extremfall der vollständige Entzug des Internetführerscheins.
Besonders praktisch: Die ID ist europaweit gültig. Wer in Deutschland gesperrt wird, kann nicht einfach nach Italien oder Polen „ausweichen“. Einheitliche Regeln, einheitliche Kontrolle, einheitliche Nummer. Brüssel nennt das Harmonisierung, Nutzer nennen es gläsern.
Auch Zeitungsverlage und Online-Händler müssen nachziehen. Kommentarspalten ohne ID-Anzeige gelten künftig als Ordnungswidrigkeit. Betreiber haften, wenn Nutzer „ohne Kennzeichen“ unterwegs sind. Die Meinungsfreiheit bleibt natürlich unangetastet – sie fährt jetzt nur eben mit Nummernschild, TÜV-Plakette und digitaler Abgasnorm.
Willkommen im Jahr 2026. Anschnallen nicht vergessen.



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