Sechs Jahre lang schlummerte ein Hinweis in den FBI-Akten: Irgendwo in den Hügeln um Jeffrey Epsteins Zorro Ranch in New Mexico sollen zwei ausländische Mädchen verscharrt worden sein – ermordet, erschossen, verschwunden. Das FBI las die E-Mail, legte sie ab und durchsuchte das Gelände nie. Jetzt, wie Daily Mail berichtet, beginnt New Mexico endlich selbst zu graben.
Die Enthüllungen kamen durch den Epstein Files Transparency Act, den Trump im November 2025 unterzeichnete und der das Justizministerium zur Freigabe von rund drei Millionen Dokumenten zwang. Darunter zwei Schreiben, die das FBI seit 2019 in der Schublade hatte: Eine anonyme E-Mail, die der Albuquerquer Radiomoderator Eddy Aragon an das FBI weiterleitete – angeblich von einem ehemaligen Ranch-Mitarbeiter, der behauptete, zwei Mädchen seien auf Epsteins Befehl getötet und begraben worden. Dazu eine zweite Nachricht eines pensionierten Polizisten des Bundesstaates New Mexico, der auf eine verdächtige Scheune mit mutmaßlichem Krematorium hinwies.
Das FBI durchsuchte daraufhin Epsteins Anwesen in Manhattan, Palm Beach und auf den Virgin Islands. Die Zorro Ranch blieb verschont. Laut WSWS hatte das Büro des US-Staatsanwalts für den Southern District of New York die Behörden in New Mexico 2019 sogar aktiv aufgefordert, ihre laufenden Ermittlungen zu stoppen – angeblich um eine Überschneidung mit der Bundesstrafverfolgung zu vermeiden. Epstein starb drei Wochen später in seiner Zelle. Die Bundesklage wurde auf Antrag des Justizministeriums eingestellt. New Mexico stellte ein. Das Grundstück wurde 2023 an die Familie des texanischen Politikers Don Huffines verkauft, der es in ein christliches Retreat umwidmete und in Rancho de San Rafael umbenannte.
Mindestens zehn Frauen und Mädchen haben angegeben, auf der Ranch missbraucht worden zu sein. Virginia Giuffre sagte aus, sie sei dort angewiesen worden, Sex mit Epstein und anderen Männern zu haben. Chauntae Davies schilderte, mindestens zweimal vergewaltigt worden zu sein. Annie Farmer bezeugte beim Maxwell-Prozess 2021, dass sie im Alter von 16 Jahren auf dem Gelände von Maxwell begrapscht und von Epstein missbraucht wurde. Eine weitere Zeugin, nur als „Jane“ bekannt, berichtete, mit 14 Jahren auf die Ranch geflogen worden zu sein.
Im März 2026 durchsuchten das New Mexico Department of Justice, die State Police und das Sandoval County Sheriff’s Office erstmals das Gelände – mit K-9-Einheiten. Parallel dazu hat das Parlament von New Mexico im Februar mit parteiübergreifender Mehrheit eine sogenannte Truth Commission eingesetzt, die bis Jahresende einen Abschlussbericht vorlegen soll. Generalstaatsanwalt Raúl Torrez hat die Strafverfolgung neu eröffnet.
Was auf der Ranch wirklich geschah, weiß die Öffentlichkeit bis heute nicht. Was sie weiß: Das FBI hatte Hinweise. Es hat sie ignoriert. Und die Institutionen, die jetzt Aufklärung versprechen, sind dieselben, die jahrelang weggeschaut haben.





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