Der Ärzteverein Ärztinnen und Ärzte für individuelle Impfentscheidung e. V. (ÄFI) weist die Darstellung seiner Position durch den sogenannten „Faktenfuchs“ des Bayerischen Rundfunks entschieden zurück. In einer aktuellen Klarstellung kritisiert der Verein eine verkürzte, wertende und irreführende Einordnung seiner wissenschaftlichen Arbeit, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Konkret geht es um einen BR-Beitrag zur Studie von Lamerato et al. (2025), in dem ÄFI unterstellt wurde, Impfungen grundsätzlich infrage zu stellen. Diese Darstellung weist der Verein als falsch zurück. Tatsächlich habe man die Studie lediglich methodisch eingeordnet und ausdrücklich darauf hingewiesen, dass retrospektive Beobachtungsstudien keine Aussagen über Ursache-Wirkung-Zusammenhänge erlauben. Genau diese bekannten Limitationen seien benannt worden – nicht mehr und nicht weniger.

Besonders problematisch sei laut ÄFI die Arbeitsweise des „Faktenfuchs“: Methodische Fragen würden mit moralischen Etiketten wie „Pseudo-Studie“, „Falschbehauptung“ oder „angeblich“ versehen. Auf diese Weise werde eine sachliche wissenschaftliche Auseinandersetzung in einen medialen Stellungskrieg verwandelt. Der Verein sieht sich dadurch zu Unrecht in die Nähe von „Impfgegnern“ gerückt – eine Zuschreibung, die nach eigener Darstellung jeder Grundlage entbehrt.

ÄFI betont, dass man sich bei der Bewertung der Studie an international anerkannten Standards wie den STROBE-Kriterien orientiert habe. Ziel sei eine transparente Darstellung von Stärken, Schwächen und Unsicherheiten wissenschaftlicher Arbeiten. Erkenntnis entstehe nicht durch moralische Abwertung, sondern durch eine nüchterne, ergebnisoffene Diskussion von Daten und Methoden.

Der Fall zeigt erneut den fragwürdigen Umgang öffentlich-rechtlicher Medien mit unbequemen wissenschaftlichen Positionen. Wenn methodische Kritik als Gesinnungsfrage behandelt wird, bleibt von seriöser Aufklärung wenig übrig – und genau das prangert der Ärzteverein nun öffentlich an.

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