BARGELD WAR GESTERN: EUROPA VERABSCHIEDET SICH VOM SCHEIN --------------------------------------------------------- Autor: Kryptoporter Datum: 09.04.2026 Quelle: F-NEWS URL: https://f-news.net/bargeld-war-gestern-europa-verabschiedet-sich-vom-schein/ ------------------------------------------------------------ Deutschland und Österreich hängen noch am alten Geldschein – doch der Rest Europas hat längst auf Karte und Smartphone umgestellt. Eine neue Studie zeigt, wie rasant sich das Zahlungsverhalten verändert – und wohin die Reise geht. Kontaktlose Kartenzahlung ist in Europa zur dominanten Zahlungsmethode geworden, wie die aktuelle europaweite Zahlungsverkehrsstudie der Management- und Technologieberatung BearingPoint belegt. Neun Länder wurden untersucht, 10.123 Personen befragt – und das Ergebnis ist eindeutig: Im Schnitt zahlen 71 Prozent der Europäer kontaktlos, während nur noch 51 Prozent überhaupt zum Bargeld greifen. Spitzenreiter ist Finnland mit 84 Prozent, Schlusslicht sind ausgerechnet die deutschsprachigen Länder – Österreich mit 62 Prozent, Deutschland mit 63 Prozent. Das ist kein Zufall. Wer je versucht hat, in Wien mit Karte eine Wurstsemmel zu kaufen, kennt den Blick des Verkäufers. Die DACH-Region hat eine kulturelle Beziehung zum Bargeld, die sich hartnäckig hält – trotz aller technischen Möglichkeiten. Doch selbst hier bröckelt die Front. Die unter 44-Jährigen wollen künftig häufiger per Smartphone bezahlen. 41 Prozent der 25- bis 34-Jährigen können sich vorstellen, Mobile Payments in den nächsten zwei Jahren intensiver zu nutzen. Bei den über 55-Jährigen hingegen setzt sich der Trend zur Karte fort – immerhin 31 Prozent dieser Gruppe wollen häufiger mit Plastik zahlen. Kryptowährungen bleiben dabei das, was sie schon immer waren: ein Randphänomen. Nur jeder Zehnte der unter 44-Jährigen kann sich vorstellen, damit künftig öfter zu bezahlen, bei den über 55-Jährigen sinkt dieser Anteil auf ein Prozent. Bemerkenswert ist die Akzeptanz der Echtzeitüberweisung. Seit 2025 sind Banken in Euro-Ländern verpflichtet, Instant Payments anzubieten – und die Verbraucher nehmen das Angebot an. Im Schnitt nutzen 52 Prozent der Befragten in Euro-Ländern die Echtzeitüberweisung, Frankreich liegt mit 69 Prozent vorne. Selbst in Nicht-Euro-Ländern kommt die Technologie auf 47 Prozent Nutzungsrate. Ebenfalls neu seit Oktober 2025: die Empfängerprüfung für SEPA-Überweisungen. Dabei wird vor dem Absenden geprüft, ob Name und IBAN des Empfängers übereinstimmen – ein Schutz gegen Überweisungsbetrug. Rund 50 Prozent der Euro-Länder-Befragten finden das sinnvoll. In Frankreich sind es sogar 59 Prozent, in Österreich 54 Prozent, in Deutschland 51 Prozent. Regulierung, die jemand wollte – das kommt selten vor. Und dann ist da noch Wero. Der europäische Zahlungsdienst, gedacht als Alternative zu PayPal und anderen US-Platzhirschen, wird laut Studie inzwischen in allen neun befragten Ländern wahrgenommen. In Frankreich nutzen ihn bereits 19 Prozent für Überweisungen unter Privatpersonen. In anderen Ländern dominieren weiterhin nationale Lösungen – Twint in der Schweiz mit 66 Prozent, Swish in Schweden mit 86 Prozent, MobilePay in Dänemark gar mit 92 Prozent. Dort, wo kein nationaler Champion existiert, greifen die Menschen immer noch zu Bargeld oder klassischer Überweisung. Was diese Studie eigentlich beschreibt, ist der schleichende Abschied von einer Welt, in der Geld anonym, physisch und unkontrollierbar war. Jede kontaktlose Zahlung, jede Echtzeitüberweisung, jede Empfängerprüfung hinterlässt Daten. Das ist praktisch – und das ist eine Entscheidung, die die meisten Menschen treffen, ohne darüber nachzudenken. ------------------------------------------------------------ Dieser Artikel wurde zuerst auf F-NEWS veröffentlicht. Zweitveröffentlichung ist bei Verlinkung zur Originalquelle in unveränderter Form gestattet. Originalquelle: https://f-news.net/bargeld-war-gestern-europa-verabschiedet-sich-vom-schein/