Apples neues Einstiegs-Notebook trifft die Windows-Welt offenbar völlig unvorbereitet. Asus-Finanzchef Nick Wu brachte es in einer Analystenkonferenz auf den Punkt: Das MacBook Neo sei „ein Schock für den gesamten Markt“ – eine Aussage, die er damit begründete, dass Apple historisch immer für Premiumpreise bekannt war, wie heise online berichtet.
Und der Schock sitzt tief. Laut Wu diskutieren alle großen Notebook-Hersteller, Microsoft sowie Chip-Designer wie AMD und Intel intensiv darüber, wie sie mit dem Produkt überhaupt noch mithalten können. Asus geht davon aus, dass die Branche nun eine Welle an Gegenprodukten ankündigen wird – nur: Das wird schwerer als gedacht.
Der Grund ist simpel. Das MacBook Neo kostet hierzulande ab 699 Euro, mit Bildungsrabatt sogar nur 599 Euro. In den USA zahlen Schüler und Studenten umgerechnet rund 515 Euro. Dafür bekommt man ein Aluminiumgehäuse, ein helles, hochauflösendes Display und einen lüfterlosen Betrieb – alles Eigenschaften, die bei Windows-Notebooks in dieser Preisklasse schlicht nicht existieren.
Die Konkurrenz hat ein Timing-Problem
Die Marktbedingungen spielen Apple dabei perfekt in die Karten. Speicher ist derzeit so teuer wie lange nicht mehr, und Einstiegsprozessoren sollen in den nächsten Monaten weiter im Preis steigen. Wer als Hersteller günstige Geräte bauen will, verliert dabei Marge – weshalb die Branche schon seit Längerem den Fokus auf teurere Oberklassegeräte verschoben hat. Marktforscher erwarten inzwischen das Ende der günstigen Einstiegs-Notebooks als Kategorie.
Was bleibt, ist eine paradoxe Situation: Genau in dem Moment, in dem Apple den Preiskampf im Niedrigpreissegment eröffnet, fehlt der Konkurrenz schlicht das Werkzeug, um mitzumachen. Asus-Finanzchef Wu fasste es nüchtern zusammen: „Wir brauchen mehr Zeit.“
Wie viel Zeit die Branche noch hat, bevor Apple das Einstiegssegment komplett übernimmt, steht in den Sternen. Klar ist nur: Die Windows-Welt hat bisher keine Antwort.




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