In einem aktuellen Gespräch auf dem YouTube-Kanal Thanatos TV berichtet die österreichische psychologische Beraterin Simone Rockenschaub über eine ungewöhnliche Studie: Sie untersucht Hinweise und Wahrnehmungen, die bei Kindern und ihren Angehörigen vor dem Tod auftreten sollen. Grundlage sind mehr als 200 Befragungen von Eltern, die ihr Kind verloren haben.

Ausgangspunkt der Arbeit ist ein persönliches Schicksal. Rockenschaubs Sohn Alexander verstarb unerwartet. Nach eigenen Angaben veränderte dieses Erlebnis ihr bisher streng rationales Weltbild grundlegend. Sie beschreibt, dass sie ihren Sohn nach dem Tod nicht mehr als „anwesend“ wahrgenommen habe und sich unmittelbar die Frage stellte, wo er nun sei. Diese Erfahrung habe sie dazu gebracht, sich erstmals intensiv mit Sterbe- und Bewusstseinsforschung auseinanderzusetzen.

Vorahnungen und Veränderungen vor dem Tod

Im Rahmen der Studie berichten viele Eltern von auffälligen Veränderungen Wochen oder Monate vor dem Tod ihrer Kinder. Dazu zählen laut Rockenschaub unter anderem:

  • sogenannte Sterbebett-Visionen, bei denen Kinder verstorbene Angehörige wahrgenommen haben sollen,
  • bewusste oder unbewusste Abschiede, etwa intensives Kuscheln oder das Kontaktieren von Freunden,
  • plötzliche innere Gewissheiten bei Eltern, dass dem Kind nur noch wenig Zeit bleibe,
  • Träume, Bilder oder spontane Gedanken ohne konkreten äußeren Anlass.

Auffällig sei laut den bisherigen Zwischenergebnissen, dass über 60 Prozent der Todesfälle völlig plötzlich eingetreten seien – etwa durch Unfälle oder unerwartete medizinische Ereignisse. In 76 Prozent der Fälle hätten die Kinder keine Medikamente eingenommen, wodurch sich Erklärungen über medikamentöse Einflüsse zumindest teilweise ausschließen ließen.

Prozess des „Mitsterbens“

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung ist der sogenannte Prozess des „Mitsterbens“. Mehrere Eltern schildern Wahrnehmungen exakt zum Todeszeitpunkt ihres Kindes, obwohl sie räumlich getrennt waren. Genannt werden etwa:

  • plötzliches Erwachen mit starken Gefühlen von Ruhe oder Liebe,
  • ungewöhnliche Lichtphänomene,
  • ein intensives Gefühl von Präsenz im Raum.

Rockenschaub berichtet, dass solche Erfahrungen quer durch alle gesellschaftlichen Schichten auftreten. Über 80 Prozent der Befragten hätten vor dem Verlust des Kindes keinerlei spirituelle Überzeugungen gehabt und seien davon ausgegangen, dass mit dem Tod alles ende.

Wissenschaftliche Einordnung bleibt offen

Die Studie erhebt keinen Anspruch auf einen naturwissenschaftlichen Beweis für ein Leben nach dem Tod. Vielmehr versteht Rockenschaub ihre Arbeit als systematische Sammlung subjektiver Erfahrungen, die bislang kaum dokumentiert wurden. Ziel sei es, Betroffenen eine Stimme zu geben und aufzuzeigen, dass ähnliche Wahrnehmungen bei vielen Menschen unabhängig voneinander auftreten.

Kritiker verweisen darauf, dass Erinnerungen im Nachhinein durch Trauer, Sinnsuche oder psychische Belastung geprägt sein könnten. Befürworter sehen in der Vielzahl ähnlicher Berichte jedoch ein Phänomen, das zumindest weiterer Forschung bedarf.

Die Studie ist weiterhin offen. Eltern, Angehörige sowie Fachpersonal aus Medizin und Pflege können teilnehmen. Langfristig plant Rockenschaub, die Ergebnisse in Vorträgen und möglicherweise in Buchform zu veröffentlichen.

Quelle: Interview auf Thanatos TV


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