Die Parteienfinanzierung in Deutschland bleibt fest in der Hand weniger Großspender. Eine aktuelle Unterrichtung der Bundestagspräsidentin zeigt: Allein im Herbst 2025 flossen mehr als 2,2 Millionen Euro an Parteispenden über der Meldeschwelle von 35.000 Euro – der Löwenanteil ging an die CDU.

Wer kassiert am meisten?

Mit 1.565.000 Euro aus 13 Einzelspenden ist die CDU mit großem Abstand Hauptempfänger der gemeldeten Großspenden. Dahinter folgen die Bündnis 90/Die Grünen, der Südschleswigscher Wählerverband (SSW) und die CSU.

Die Spenden im Überblick

CDU – insgesamt 1.565.000 €

  • Stephan Schambach (Intershop-Stiftung): 500.000 €
  • neoshare Holding GmbH: 200.000 €
  • Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG): 180.000 €
  • Joh. Berenberg Gossler & Co. KG: 100.000 €
  • Hans Helmuth Schmidt (Düren): 100.000 €
  • Metall NRW (Verband der Metall- und Elektroindustrie): 95.000 €
  • Schön Klinik SE: 75.000 €
  • Global Foods Trading GmbH: 75.000 €
  • Firma Marquardt GmbH: 50.000 €
  • Hans-Helmuth Walther Schmidt: 50.000 €
  • Dr. Karl Gerhold / GETEC green energy: 50.000 €
  • Martin Alexander Walter Schoeller: 50.000 €
  • Klemens Gutmann: 40.000 €

Bündnis 90/Die Grünen – 150.000 €

  • Kajo Neukirchen GmbH: 100.000 €
  • Frank Asbeck: 50.000 €

SSW – 137.933,10 €

  • Sydslesvigudvalget / dänisches Kulturministerium:
    45.980,98 €45.972,98 €45.979,14 €

CSU – 136.000 €

  • Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG): 100.000 €
  • Peter Hollweck: 36.000 €

FDP – 50.000 €

  • Verband der Metall- und Elektro-Industrie NRW: 50.000 €

BSW – 35.109,59 €

  • Thomas Stanger: 35.109,59 €

Volt Deutschland – 100.000 €

  • Thadaeus Friedemann Otto: 100.000 €

Die auffälligen Mehrfachspender

Einige Geldgeber tauchen gleich mehrfach auf:

  • Deutsche Vermögensberatung AG (DVAG):
    180.000 € an die CDU + 100.000 € an die CSU
  • Metall- und Elektroindustrie NRW:
    95.000 € an die CDU + 50.000 € an die FDP
  • Sydslesvigudvalget / dänisches Kulturministerium:
    drei Spenden an den SSW mit nahezu identischer Höhe

Großspenden bleiben kein Randphänomen, sondern ein zentrales Machtinstrument. Wenige Unternehmen, Verbände und vermögende Einzelpersonen entscheiden mit sechsstelligen Beträgen darüber, wer im politischen Betrieb besonders gut ausgestattet ist – ganz legal, ganz transparent, aber alles andere als ausgewogen.

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